Der Pflegefall - Wohin mit Mutti?

von Susanne Kirchhof, 02.05.2013

Eine Nachlese zum K.L.U.G.-Unternehmertreffen am 18. April 2013 in Essen im "Fünf Mädelhaus" (Zollverein)

Mit einem Augenzwinkern leitete der Recklinghauser K.L.U.G.-Standortleiter Siegfried Rose seinen Vortrag über das ernstere Thema  Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten ein, den er beim K.L.U.G.-Unternehmertreffen am 18. April 2013 hielt. Die Thematik hatte Zuhörerinnen und Zuhörern allen Alters in das „Fünf Mädelhaus“ in Essen nahe Zollverein gelockt, was eindrucksvoll zeigt, dass sie nicht nur ältere Generationen betrifft.

 

Dass die Menschen im Zuge der veränderten Beschäftigungsstrukturen in Zukunft mit erheblichen Versorgungslücken umgehen müssen, ist schon lange kein Geheimnis mehr, jedoch erscheint es den meisten als ein sehr abstrahiertes Problem. Herr Rose, der auf dem Gebiet der Altersvorsorge sehr erfahren ist, zeigte darum die Auswirkungen und finanziellen Verpflichtungen des „Kinder haften für ihre Eltern“- Prinzips auf, die auf jeden Einzelnen zukommen. Verarmung durch unzureichende Vorsoge ist schließlich ein Problem, das sich durch Generationen zieht.

 

Der zweite Schwerpunkt des Abends stellte eine Frage, die in unserer Gesellschaft gerne ausgeschwiegen wird, es allerdings dringend verlangt, dass man sich früh mit ihr befasst: Wer entscheidet für mich, wenn ich es nicht mehr kann?

 

Ein Unfall oder eine plötzliche Erkrankung sind Situationen, die wir nie ganz vermeiden können. Sie können jeden von uns treffen und uns unsere Fähigkeit nehmen, selbst über medizinische Behandlungen und finanzielle Angelegenheiten zu entscheiden. Haben wir niemanden im Vorfeld dazu bestimmt, nehmen Behörden oder Verwandte diese Aufgabe wahr und der eigene Wille hängt von der Interpretation Fremder ab. Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten sind der beste Weg dieser Situation vorzubeugen, solange man sich rechtzeitig mit ihnen befasst und rechtzeitig bedeutet jetzt.

 

Um einen weiteren Anstoß zu geben und das Thema zu vertiefen wird Herr Rose bei K.L.U.G. in Essen in Kürze einen Workshop anbieten, in dem Interessierte ihre Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten mit fachlicher Unterstützung verschriftlichen können. Der Termin wird rechtzeitig über die Webseite des K.L.U.G.-Netzwerkes bekannt gegeben.